Die Männerkrise in Deutschland – ein verdrängtes gesellschaftliches Problem

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Egon Minar

2/1/20262 min read

Die Männerkrise in Deutschland – ein verdrängtes gesellschaftliches Problem

Deutschland diskutiert leidenschaftlich über Gleichstellung, Diversität und Gerechtigkeit. Doch eine zentrale gesellschaftliche Frage bleibt auffallend unterbelichtet: die Männerkrise. Wer sie anspricht, riskiert schnell moralische Abwertung oder den reflexhaften Vorwurf des Rückschritts. Dabei handelt es sich bei der Männerkrise keineswegs um ein chauvinistisches Hirngespinst, sondern um eine reale, tiefgreifende gesellschaftliche Fehlentwicklung.

In meinem Buch „Die Männerkrise Deutschlands. Wider die Entmachtung der Männer“ gehe ich genau dieser Entwicklung auf den Grund. Nicht aus nostalgischer Sehnsucht nach patriarchalen Verhältnissen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass eine Gesellschaft, die ihre Männer systematisch abwertet oder ignoriert, langfristig ihr eigenes Fundament untergräbt.

Der Mann zwischen Rollenverlust und Überforderung

Die klassische männliche Rolle – Ernährer, Beschützer, Verantwortungsträger – hat in den letzten Jahrzehnten massiv an gesellschaftlicher Legitimation verloren. Dass Frauen heute über deutlich mehr Freiheiten, Rechte und Chancen verfügen, ist ein zivilisatorischer Fortschritt und unbestritten notwendig. Problematisch wird es dort, wo diese Entwicklung von einer kulturellen Entwertung des Mannes begleitet wird.

Männer sollen heute zugleich sensibel und leistungsfähig, empathisch und durchsetzungsstark, erfolgreich, aber bitte nicht dominant sein. Dieses widersprüchliche Ideal ist kaum erfüllbar. Der alte Mann ist diskreditiert, ein neues, tragfähiges Rollenmodell wurde jedoch nie wirklich entwickelt. Das Resultat ist Orientierungslosigkeit – besonders bei Jungen und jungen Männern.

Symptome einer verdrängten Krise

Die Anzeichen der Männerkrise sind unübersehbar: Jungen schneiden im Bildungs-system schlechter ab, Männer sind an Universitäten zur Minderheit geworden, sie stellen die Mehrheit der Schulabbrecher, Suizidopfer, Obdachlosen und Suchtkranken. In den Medien erscheinen Männer häufig entweder als „toxische Täter“ oder als lächerliche Karikaturen. In familienrechtlichen Fragen erleben viele Väter strukturelle Benachteiligung.

Trotzdem gilt das Männerproblem in Politik und Kultur oft als Randthema – oder wird bewusst kleingeredet. Diese Realitätsverweigerung ist gefährlich. Denn dort, wo gesellschaftliche Anerkennung fehlt, entstehen Frustration, Rückzug, Radikalisierung und soziale Erosion.

Das Narrativ vom „toxischen Mann“

Besonders problematisch ist das weitverbreitete Narrativ, Männer seien per se das Problem. Es ist bequem, moralisch aufgeladen und politisch opportun – aber analytisch falsch. Wer Männer ausschließlich als Täterkollektiv denkt, verweigert ihnen den Status als Individuen mit Bedürfnissen, Schwächen und Verletzlichkeiten.

Eine Gesellschaft, die Männer nur noch erzieht, belehrt oder sanktioniert, aber nicht mehr versteht, erzeugt genau jene Verwerfungen, die sie vorgibt, bekämpfen zu wollen. Emanzipation darf kein Nullsummenspiel sein. Sie gelingt nur dann, wenn sie das Miteinander stärkt – nicht, wenn sie eine Geschlechtergruppe zum Kollateralschaden erklärt.

Warum dieses Buch notwendig ist

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil Schweigen keine Option mehr ist. Die Männerkrise Deutschlands ist keine Modeerscheinung, sondern eine tickende Zeitbombe. Jeder verlorene Junge, jeder vereinsamte Mann, jeder entrechtete Vater ist ein stilles Alarmsignal.

In meinem Buch analysiere ich die Ursachen dieser Entwicklung, benenne die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Fehlanreize und zeige auf, welche realistischen Maßnahmen notwendig wären, um gegenzusteuern. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Verantwortung – für Männer, für Frauen und für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Einladung zur Debatte

In meinen Büchern und auf meiner Homepage www.egonminar.eu widme ich mich gesellschaftspolitischen Fragen, die gerne verdrängt werden. Die Männerkrise gehört zweifellos dazu. Wer ernsthaft an einem stabilen, gerechten und zukunftsfähigen Deutschland interessiert ist, kommt an dieser Debatte nicht vorbei.

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Was darf der Mann noch?“, sondern: „Was braucht der Mann, um wieder Verantwortung übernehmen zu können – für sich selbst und für die Gesellschaft?“ Solange wir diese Frage nicht stellen und beantworten, wird sich die Männerkrise weiter vertiefen. Wer sie stellt, leistet einen Beitrag zur Heilung eines gesellschaftlichen Risses, der längst größer ist, als viele wahrhaben wollen.

Egon Minar, im Februar 2026